Was ist wingwave©?

1. Kurzdarstellung

Die wingwave-Methode ist ein Mental-Coaching, das gezielt die „Selbstheilungskräfte“ des Coachees nutzt, um Leistungsstress zu regulieren und die emotionale Balance wiederherzustellen. Es nutzt dabei die Verarbeitungsprozesse im Gehirn, die normalerweise während der Traumphase im Schlaf ablaufen, um die Ereignisse des Tages zu verarbeiten. Während der so genannten REM-Phase bewegen sich die Augen des Schläfers sehr schnell hin und her. Damit wird ein Prozess angeregt, der Erinnerungen und innere Denkmuster neu ordnet. Besonders die emotionalen und stressenden Erlebnisse des Tages werden in die bisherige Erfahrung eingeordnet und damit relativiert. Sie bekommen den ihnen angemessenen Wert und führen zu einem „update“ der Lebenserfahrung. Nach diesem Integrationsprozess sind diese Erlebnisse nicht mehr „virulent“, sie schmerzen nicht mehr, man ist „darüber hinweg“.

Genau diese Verarbeitungsprozesse können durch die Augenbewegung auch angeregt werden, wenn der Coachee wach ist und an ein belastendes Thema denkt.

2. Herkunft des Verfahrens: EMDR

wingwave nutzt Erkenntnisse aus der Trauma-Forschung. Ende der 80er-Jahre setzten die Amerikaner Francine Shapiro und Robert Dilts erstmals Augenbewegungen ein, um traumatisierten Clienten bei der Überwindung von katastrophalen Erlebnissen zu helfen. Shapiro entwickelte daraus das EMDR (eye movement desensitization reprocessing), eine heute umfangreich beforschte und wissenschaftlich anerkannte Methode. In Hamburg wurde diese Methode Ende der 90er-Jahre vom Besser-Siegmund-Institut für den Einsatz im Coaching-Bereich weiterentwickelt.

Denn wir alle haben heute neben der zunehmenden Informationsflut innerhalb kürzester Zeit eine große Fülle von beeindruckenden Erlebnissen zu verarbeiten. Der tägliche Stress hat so zugenommen, dass viele nicht mehr die Muße finden, sich über ihre Gefühle klar zu werden, diese entsprechend zu verarbeiten und in Ruhe neue Lebensstrategien zu entwickeln. Gleichzeitig müssen wir uns immer schneller an neue Umfelder anpassen und brauchen dazu den ungehinderten Zugriff auf unsere Ressourcen. Eine so effektive Methode wie das wingwave kann hier den Erhalt einer gesunden Leistungs-Regenerations-Balance sicherstellen.

3. Verarbeitungsprozesse im Gehirn

Wie verarbeitet das Gehirn nun stressende oder komplexe Erlebnisse? Zunächst werden alle Sinneswahrnehmungen im limbischen System bewertet und mit einem Gefühl „markiert“. Damit wird entschieden, ob ein Sinnesreiz für uns erbauliche, neutrale oder stressende Konsequenzen hat. Erst danach wird die Information weitergeleitet an den Cortex, der das bewusste und sprachliche Denken steuert. Das limbische System ist eine Art Emotionsgedächtnis. Seine Aufgabe ist es, den Menschen bei einer ähnlichen Bedrohung noch besser und noch schneller reagieren zu lassen. Deshalb blockiert bei Gefahr die Weiterleitung an den Cortex und es kommt zu spontanen Stressreaktionen, die mit starken Gefühlen verbunden sind.

Bildgebende Verfahren zeigen im Gehirn von traumatisierten Menschen, dass nur noch die rechte Gehirnhälfte aktiv ist, wenn sie sich die erlebte Katastrophe vergegenwärtigen. Die linke Gehirnhälfte jedoch, wo sich auch das Sprachzentrum befindet, bleibt inaktiv. Daher können kognitiv-sprachliche Therapieansätze hier wenig bewirken. Durch die Rechts-Links- Bewegung der Augen wird mit wingwave eine optimale Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften wiederhergestellt. Die stressenden Erlebnisse können damit bearbeitet werden.

Im Laufe unseres Lebens haben wir alle so einige Verletzungen, Enttäuschungen und Niederlagen, kleine oder größere Schocks erlebt. Werden sie nicht angemessen verarbeitet, können sie ein Leben lang virulent bleiben. Sie sind dann wie ein Splitter in der Haut verkapselt und von der übrigen Lebenserfahrung abgetrennt. Erleben wir eine ähnliche Situation, wird die Erinnerung an den Schock wieder angeregt und ruft einen emotionalen Flash-Back hervor. Wir reagieren heftiger, als es dem heutigen Erlebnis angemessen wäre, ohne zu wissen, warum.

4. Vorteile des Verfahrens

  • Das Unbewusste wird direkt angesprochen und einbezogen, während der Coachee wach und handlungsfähig bleibt.
  • Der gesamte Prozess läuft über die mentale Eigenregulation des Coachees gewissermaßen automatisch ab. Der Coach überwacht den Prozess, übt aber keinen inhaltlichen Einfluss aus.
  • Der Coachee muss nicht detailiert über sein Thema sprechen, es genügen Andeutungen oder Deckbezeichnungen. Wichtig ist das sinnesspezifische innere Rekonstruieren des stressenden Erlebnisses.
  • Der innere Verarbeitungsprozess von Gefühlen, Bildern, Gedanken läuft erstaunlich rasch ab.
  • Ergebnis der Intervention ist nicht nur eine deutliche Stressreduktion, sondern auch eine Steigerung positiver Emotionen und ein Freisetzen von Energie.

5. O-Ring-Test

Kombiniert wird das Verfahren mit einem myostatischen Diagnose-Instrument, dem sogenannten O-Ring-Test. Er zeigt die bewusst nicht zu beeinflussende Reaktion des Unbewussten auf einen Reiz an. Dabei formt der Coachee aus Daumen und Zeigefinger einen Ring. Der Coach testet kurz die Kraft der Muskeln, in dem er versucht, die Finger auseinander zu ziehen. Bei normaler Kraftreaktion ist das für den Coach nicht möglich. Reagiert das Unterbewusste des Coachees jedoch auf ein Thema mit Stress, so lässt sich der Fingerring ohne Mühe öffnen.

Der O-Ring-Test ist gut beforscht und zuverlässig. Mit ihm kann der richtige Zeitpunkt der Intervention, die optimale Problemformulierung, das tatsächlich ausgelöste Gefühl und – am Ende des Prozesses – eine Auskunft über die Effizienz der Intervention abgetestet werden.